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DVB-S FBC: acht Empfangswege verstehen

Zwei SAT-Eingänge können acht Transponder gleichzeitig versorgen. Welche Transponder das sind, bestimmt aber die Antennenanlage. Ein FBC-Tuner hebt die Grenzen eines konventionellen SAT-Kabels nicht auf. Mit acht passend eingerichteten Unicable-Userbändern stehen dagegen acht unabhängig wählbare Empfangswege zur Verfügung.

FBC heißt Full Band Capture. Ein breit erfasster Eingangsbereich versorgt mehrere Demodulatoren. Jeder Demodulator verarbeitet einen Transponder; darin können mehrere TV- und Radiosender liegen. Die hier gezeigten DVB-S-FBC-Blöcke haben acht Demodulatoren und zwei HF-Eingänge. Die Bezeichnung FBC allein garantiert bei jeder denkbaren Hardware nicht dieselbe Anzahl.

Begriff Was damit gemeint ist
Ein FBC-Block / FBC-Modul Eine Empfangseinheit mit gemeinsam genutzten Eingängen und mehreren Demodulatoren
SAT IN A und SAT IN B Zwei physische Koaxialbuchsen; die Gehäusebeschriftung kann anders lauten
Root-Tuner A/B Die beiden Eingängen zugeordneten Tuner des hier gezeigten SAT-Blocks
Virtuelle / interne Tuner C–H Weitere echte Demodulatoren, deren Signalzuführung intern zugeordnet wird; keine sechs zusätzlichen Buchsen
Transponder Empfangspaket auf einer Frequenz, Polarisation und SAT-Position
Sender / Service Ein einzelnes Programm innerhalb eines Transponders
User Band / SCR Eigene Empfangsfrequenz im Unicable-System, die einen angeforderten Transponder transportiert

Die Buchstaben sind Beispiele: In einer anderen Tunerreihenfolge kann der Block später beginnen. Entscheidend sind Blockzugehörigkeit und die beiden zugehörigen Eingänge, nicht der erste Buchstabe allein.

OpenATV-Tunerauswahl mit einzeln eingerichteten SAT-FBC-Tunern
Native Tunerauswahl: Im Unicable-Beispiel haben die acht SAT-Demodulatoren eigene SCR-Zuteilungen. Die hier sichtbaren Hardwarebezeichnungen sind nur Teil des Beispielbildes. Originalbild öffnen ↗
Anschluss Gleichzeitig verfügbar Einrichtung
Ein Kabel von einem Universal-LNB oder klassischen Multischalter Bis zu acht Transponder einer gerade gewählten SAT-Ebene Ein Universal-Kabel
Zwei unabhängige klassische Teilnehmerleitungen Bis zu acht Transponder aus bis zu zwei gewählten Ebenen Zwei Universal-Kabel
Ein Unicable-Kabel, acht exklusiv zugeteilte Userbänder Acht unabhängig gewählte Transponder aus den von der Anlage angebotenen Positionen und Ebenen Unicable Schritt für Schritt
Zwei Leitungen von unterschiedlichen festen SAT-Positionen Je Eingang dessen Position und gewählte Ebene, insgesamt acht Demodulatoren Astra und Hotbird getrennt
Feste Antenne und separate Motorantenne Feste Position plus die aktuelle Position der Motorantenne; Ebenengrenzen bleiben Feste Antenne plus Motor

Ein Single-Universal-LNB mit nur einem Ausgang wird durch einen Splitter nicht zu zwei unabhängigen Anschlüssen. Ein Unicable-LNB kann dagegen über seinen einen SCR-Ausgang mehrere unabhängige Empfangswege liefern. Die Zahl der Ausgänge allein beschreibt die Funktion daher nicht.

„FBC automatisch“ oder „FBC SCR (Unicable/JESS)“?

Abschnitt betitelt „„FBC automatisch“ oder „FBC SCR (Unicable/JESS)“?“

FBC automatisch ist die normale Betriebsart der internen Tuner bei klassischen Universal-Zuführungen. Enigma2 ordnet freie Demodulatoren nach Bedarf einem nutzbaren Root-Tuner zu. Es sucht dabei keine freien Userbänder und richtet keine acht SCRs ein.

Bei Unicable/JESS bekommt jeder unabhängig gewünschte Demodulator eine eigene SCR-Zuteilung. Dafür werden C–H auf FBC SCR (Unicable/JESS) gestellt. A/B verwenden die passende erweiterte Unicable-Konfiguration. Ein bei Unicable unkonfigurierter interner Tuner ersetzt keinen zugewiesenen SCR. Siehe die vollständige Zuordnung A–H.

Ein Sender wird aufgenommen, während andere Sender desselben Transponders häufig denselben Demodulator mitbenutzen können. Ein zweiter Transponder benötigt einen weiteren Demodulator und muss zur vorhandenen Signalzuführung passen. Acht Transponder bedeutet weder acht Sender als starres Maximum noch acht gleichzeitig am Fernseher darstellbare Bilder.

Beispiel: Zwei Aufnahmen und Live-TV vom selben Transponder können einen Empfangsweg teilen. Acht Aufnahmen von acht verschiedenen Transpondern können alle acht Demodulatoren belegen. Eine zusätzliche Aufnahme von einem bereits empfangenen Transponder kann noch möglich sein; ein neunter unabhängig gewählter Transponder nicht.

Weitere Grenzen können durch Entschlüsselung/CI, verfügbare Demux-Ressourcen, Bilddecoder, Festplatte oder Netzwerk entstehen. Fast Channel Change, PiP, Streaming, EPG-Suchen und laufende Timer können Empfangswege bereits verwenden. Eine ausgegraute Kanalliste ist deshalb nicht automatisch ein Defekt des Tuners.

Beobachtung / Annahme Erklärung und nächste Prüfung
„Ich habe acht Tuner, warum gehen manche Sender nicht?“ Ein klassisches Kabel liefert nur eine Ebene. Anschlussart und parallel benötigte Ebenen prüfen.
„Zwei Eingänge ergeben 16 Tuner.“ Beim gezeigten Block versorgen beide Eingänge zusammen acht Demodulatoren.
„A versorgt immer vier und B immer vier Tuner.“ C–H werden bei klassischer FBC-Automatik nach Bedarf zugeordnet; keine starre 4+4-Aufteilung.
„Ein Kabel heißt, B muss immer aus sein.“ Entscheidend ist die interne Versorgung: B kann bei unterstützter Verbindung die klassische Ebene von A mitnutzen. Bei Unicable arbeitet der logische B intern über A mit eigenem SCR.
„Gleich wie A gibt B automatisch einen anderen SCR.“ Nein. Gleiche Konfiguration und eigene Userband-Zuteilung sind verschiedene Dinge.
„Unicable braucht acht Kabel.“ Acht Userbänder werden gemeinsam auf einer geeigneten Koaxialleitung transportiert.
„Ein Suchlauf muss achtmal laufen.“ Die Senderliste ist gemeinsam. Ein vollständiger Suchlauf pro benötigter Empfangsquelle genügt.
„Ein starker Pegel beweist eine richtige SCR-Zuordnung.“ Doppelte SCRs können erst bei paralleler Nutzung auffallen. Nummern und Frequenzen vergleichen.
  1. Zuerst einen frei empfangbaren Sender einschalten und Lock/Signalqualität prüfen.
  2. Mehrere frei empfangbare Sender von verschiedenen Transpondern für zeitlich überlappende Aufnahmen wählen. Verschiedene Sendernamen allein reichen als Nachweis nicht.
  3. Bei Universal-Zuführung innerhalb der verfügbaren Ebenen testen; bei acht zugeteilten Unicable-UBs bis zu acht unterschiedliche Transponder verwenden.
  4. In der Tuner-/Serviceinformation die Belegung kontrollieren. Ein Live-Bild oder ein Stream kann bereits einen Empfangsweg beanspruchen.
  5. Aufnahmen kurz wiedergeben und Bild/Ton prüfen. Anschließend die Testtimer beenden bzw. entfernen.

So prüfst du die eigene Anlage. Die Menübilder zeigen reale OpenATV-Dialoge, aber ein Einstellungsbild allein belegt weder acht erfolgreiche Aufnahmen noch die Funktion einer nicht angeschlossenen Antennenanlage.

Weiter: Universal-Verkabelung, Unicable-Verkabelung und alle acht SCRs, DVB-C FBC, Signal-Finder.

Grundlagen: Vu+ Herstellerhandbuch, FBC und Unicable, S. 93. Menü- und Zuordnungslogik: OpenATV Satconfig.py, FBC-Zuordnung im Enigma2-Kern. Bildbasis: OpenATV 8.0; Begriffe und Verkabelung gelten geräteneutral für die beschriebenen Anschlussarten.