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Uhrzeit, NTP und Aufwachen

EPG, Timer und Aufwachen brauchen eine richtige Uhr. Ein korrektes Uhrzeitformat allein genügt nicht: Datum, Zeitzone und die tatsächlich synchronisierte Zeit müssen stimmen.

Öffne Menü → Einstellungen → System → Zeit. Wähle zunächst das Zeitzonengebiet und den Ort, beispielsweise Europe / Berlin für Deutschland. Dadurch wird auch die örtliche Sommer-/Winterzeit berücksichtigt. Stelle nicht bei jeder Zeitumstellung die Uhr von Hand um.

Zeiteinstellungen mit Europe, Berlin und Transponderzeit als Quelle
Die Testbox verwendet hier Transponderzeit. NTP-Server und Abfrageintervall erscheinen erst bei Auswahl von NTP. Originalbild öffnen ↗
Einstellung Was du damit festlegst
Zeitzonengebiet und Zeitzone Örtliche Darstellung einschließlich der hinterlegten Sommerzeitregeln.
Zeitsynchronisierung mit Transponderzeit Zeitinformationen aus dem DVB-Empfang verwenden.
Zeitsynchronisierung mit NTP Zeit von einem erreichbaren Netzwerk-Zeitserver beziehen.
NTP-Server Servername oder Adresse eines tatsächlich angebotenen NTP-Dienstes; im geprüften Quellstand ist pool.ntp.org voreingestellt.
NTP-Abfrageintervall Regelmäßig erneut abgleichen. Der geprüfte Stand bietet 30 Minuten, 60 Minuten oder täglich.
Datum-/Zeitformat Anzeigeformat ändern; korrigiert keine falsche Systemzeit.

Für NTP wähle die entsprechende Quelle, kontrolliere Server und Intervall und speichere mit Grün. Stelle sicher, dass die Box Netzwerkzugang hat. Ein öffentlicher Server benötigt Internet, funktionierendes DNS bei Verwendung eines Namens und erreichbaren NTP-Verkehr, üblicherweise UDP 123. Ein Router oder NAS ist nur dann ein geeigneter lokaler Server, wenn dort tatsächlich ein NTP-Dienst bereitsteht.

Die angebotene Geolokalisierung kann die Zeitzone ermitteln; sie ist kein Ersatz für die Zeitsynchronisierung. Die manuelle Auswahl von Gebiet und Ort genügt.

DVB-Transponderzeit ist ohne Internet verwendbar, sofern ein empfangener Dienst gültige Zeitinformationen liefert. Ohne Empfang oder bei fehlerhaften Senderdaten kann der Abgleich fehlen beziehungsweise falsch sein. Reiner IPTV-Betrieb bietet nicht automatisch dieselbe DVB-Zeitquelle.

NTP ist besonders hilfreich bei IPTV, wechselndem Empfang und Geräten, deren Startzeit nicht zuverlässig erhalten bleibt. Regelmäßiger Abgleich korrigiert die Abweichung einer frei laufenden Uhr. Internet ist außerdem für externe EPG-Quellen hilfreich, aber keine allgemeine Voraussetzung für jede korrekte Box-Uhr: gültige DVB-Zeit oder ein erreichbarer lokaler NTP-Server können genügen.

Verwende die vorgesehenen OpenATV-Zeiteinstellungen. Die bloße Installation eines Pakets wie Chrony beweist keinen aktiven Zeitabgleich. Starte nicht zusätzlich mehrere unabhängige Zeitdienste nach verschiedenen Linux-Anleitungen; sie können dieselbe Systemuhr beeinflussen. Im geprüften Enigma2-Stand ruft der NTP-Abgleich ntpd gezielt auf. OpenATV-Zeitabgleich.

Das lässt sich nicht für alle Modelle gleich beantworten. Unterscheide drei Dinge:

  • Linux-Systemuhr: Läuft, solange das System arbeitet, auch im normalen Standby. Ohne Abgleich kann sie langsam abweichen.
  • Hardware-Echtzeituhr / RTC: Kann Zeit während eines ausgeschalteten Hauptsystems weiterführen. Ob sie existiert, gepuffert ist und einen Stromausfall übersteht, hängt vom Gerät ab.
  • Frontprozessor beziehungsweise Wecklogik: Kann einen programmierten Termin überwachen und das Hauptsystem starten, solange die nötige Bereitschaftsversorgung vorhanden ist.

Eine vorhandene RTC muss nicht jede Weckfunktion unterstützen. Umgekehrt beweist ein fehlendes /dev/rtc bei einem Receiver nicht, dass seine separate Frontprozessor-Weckfunktion fehlt. Linux beschreibt unterschiedliche RTC-/Alarmfähigkeiten; OpenATV spricht zusätzlich gerätespezifische Frontprozessor-Schnittstellen an. Linux-RTC-Grundlagen, OpenATV-Hardwareschnittstellen.

Warum kann die Box nicht zur Wunschzeit aufwachen?

Abschnitt betitelt „Warum kann die Box nicht zur Wunschzeit aufwachen?“

Beim regulären Herunterfahren ermittelt Enigma2 einen kommenden relevanten Wecktermin und übergibt ihn mit Vorlauf an die unterstützte Hardware. NTP schaltet eine bereits ausgeschaltete Box nicht ein. Erst nach dem Systemstart kann der Netzwerkdienst wieder Zeit beziehen.

Prüfe in dieser Reihenfolge:

  1. Stromversorgung: Netzschalter aus oder Stecker gezogen bedeutet normalerweise keine geplante Einschaltung durch die Box selbst.
  2. Richtige Timerart: Aufnahmetimer, unterstützte Aufwachaufgabe oder Plugin mit eingeschaltetem Wecken verwenden. Eine reine Cronzeile reicht nicht.
  3. Datum und Uhr vor dem Ausschalten: Einen Termin in der falschen Woche kann auch eine funktionierende Wecklogik nicht korrigieren.
  4. Geregeltes Herunterfahren: Enigma2 muss Gelegenheit bekommen, seinen nächsten Termin zu speichern und zu programmieren. Absturz oder Stromziehen ist nicht gleichwertig.
  5. Geräteunterstützung und Bereitschaftszustand: Modellabhängige Energiespar-/Frontprozessorfunktionen können Grenzen setzen. Solche Besonderheiten gehören in einen Geräteanhang.
  6. Vorlauf nach dem Start: Netzwerk, Zeitsynchronisierung und Aufnahmeziel müssen rechtzeitig bereit sein. Ein aufwachendes Gerät kann trotzdem die Aufnahme verpassen, wenn das NAS fehlt oder die Uhr erst spät stimmt.

Teste eine wichtige Konfiguration mit einem einzelnen Termin und beobachte Ausschalten, Einschalten und tatsächlichen Aufnahmebeginn. Ein Timer in der Liste oder ein Zeitpunkt im Display beweist noch keinen erfolgreichen Wecklauf.

Im normalen Standby läuft die Systemuhr weiter. Ohne erfolgreiche NTP- oder DVB-Korrektur kann sich ihr Fehler über Tage vergrößern; der laufende Tuner liefert nicht in jedem Zustand zuverlässig neue Zeitdaten. Deep-Standby ist anders: Hier hängt der Zeiterhalt von der vorhandenen Hardware ab. Ein Stromausfall kann zusätzlich einen vollständigen Verlust der Zeit bewirken.

Regelmäßiger Zeitabgleich begrenzt Drift. Nur „die Box war doch im Standby“ erklärt nicht, ob tatsächlich eine Zeitquelle erreichbar war. NTP zu frei laufenden Uhren und Synchronisation.

Über SSH kannst du lesen, ohne die Uhr zu verändern:

Terminal-Fenster
date
date -u

Vergleiche Ortszeit und UTC mit einer verlässlichen Referenz. Ist nur die Ortszeit um eine Stunde falsch, prüfe die Zeitzone. Sind Datum/Jahr oder beide Zeiten falsch, prüfe den Abgleich. Eine falsche Jahreszahl kann auch HTTPS-Zugriffe auf Feeds und EPG-Quellen durch Zertifikatsfehler stören.

Im Enigma2-Debug-Log suche nach NetworkTime, NTP-Fehlern und Meldungen zur noch fehlenden Systemzeit. Eine Zeile „Setting time“ allein bestätigt im geprüften Ablauf keinen erfolgreichen Serverkontakt; beachte auch vorherige Fehlermeldungen und den tatsächlichen Zeitvergleich. Falls auf deinem Image Chrony wirklich als Dienst läuft, können dessen chronyc tracking und chronyc sources zusätzliche Diagnose liefern. Chrony-Diagnose.

Prüfstand: Nativen Zeitdialog aufgenommen, Konfiguration und Enigma2-Wecklogik geprüft. Kein Zeitserver umgestellt, keine Uhr absichtlich verstellt und kein modellübergreifender RTC-/Deep-Standby-Test durchgeführt.

Weitere Quellen: Zeitdialog, Zeitoptionen, Wecktermin beim Herunterfahren.