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Eine Enigma2-Box als NFS-Server

Eine OpenATV-Box kann Dateien ihres angeschlossenen Speichers an andere Geräte liefern. Die Serverbox stellt einen Ordner bereit; die andere Box bindet ihn als NFS-Client ein. Beide Rollen haben unterschiedliche Einstellungen.

Die Serverbox braucht eine feste erreichbare Adresse, einen korrekt eingehängten Datenträger und einen Ordner mit passenden Dateirechten. Beispiel: /media/hdd/movie für vorhandene Aufnahmen. Prüfe vorher in der Geräteverwaltung, dass dort wirklich die HDD liegt.

Öffne Menü → Einstellungen → Netzwerk → Netzwerkdienste. Wähle beim Eintrag NFS gegebenenfalls Installieren und speichere. Im geprüften Image gehört dieser Eintrag zur Paketgruppe packagegroup-base-nfs. Danach kontrollierst du getrennt den laufenden Dienst und seinen Autostart: Gelb startet/stoppt den ausgewählten Dienst, während Aktivieren/Deaktivieren mit Speichern die Startkonfiguration betrifft. Ein installierter Dienst läuft nicht allein durch seine Existenz.

Richte die Exporte ein, bevor du den Server für andere Geräte nutzt. Der Menüpunkt NFS-Dateiserver unter Netzwerk benötigt den installierten Server und die Expertenansicht. Nach Installation kann eine Aktualisierung der Oberfläche nötig sein, bevor er erscheint.

  1. Öffne Menü → Einstellungen → Netzwerk → NFS-Dateiserver.
  2. Trage unter Erlaubte Clients die tatsächliche Adresse der empfangenden Box ein. Nur wenn alle Geräte eines Netzes zugreifen sollen, verwende das passende Subnetz mit Präfix. 192.0.2.50 im Bild ist eine zu ersetzende Dokumentationsadresse.
  3. Wähle Nur Lesen für Wiedergabe und zunächst Root Squash = Ja. Das beschränkt Rechte von Root-Anfragen des Clients. Für Schreibzugriff sind zusätzlich geeignete Rechte am Serverordner erforderlich.
  4. Öffne mit Gelb – Exports die Verzeichnisauswahl, markiere nur die benötigten Verzeichnisse und bestätige die Auswahl. Der Verzeichnisname allein ersetzt nicht dessen Auswahl.
  5. Speichere die Einstellungen. Lade die Exportregeln neu beziehungsweise starte den NFS-Dienst nach Abschluss laufender Clientzugriffe neu.
  6. Binde den Export auf der Clientbox ein und prüfe eine bekannte Datei. Erst nach einem erfolgreichen Lesetest gegebenenfalls gezielt Schreibzugriff einrichten.
NFS-Dateiserver mit eingeschränktem Beispielclient, Nur Lesen und aktiviertem Root Squash
Ungespeichertes Beispiel: einzelner Client, Nur Lesen und Root Squash. Die breiteren Vorgaben des Dialogs sind keine Empfehlung für eine öffentliche Freigabe. Originalbild öffnen ↗
Option Verwendung
NFS-Threads Anzahl der Server-Arbeiter. Die vorhandene Vorgabe zunächst beibehalten; mehr Threads ersetzen weder Netzwerkbandbreite noch schnelle Laufwerke.
NFSv3 / NFSv4 aktivieren Nur benötigte, von den Clients unterstützte Versionen bereitstellen. Pfad und Firewall müssen dazu passen.
Zugriffsmodus Gilt für die durch diesen Dialog verwalteten Exporte. Schreibrecht auf Exportebene allein reicht nicht für Dateizugriff.
Erlaubte Clients Einzelne Adresse oder bewusst gewähltes Subnetz. * erlaubt grundsätzlich alle erreichenden Hosts.
Root Squash Root vom Client wird auf einen unprivilegierten Benutzer abgebildet. Nein erzeugt no_root_squash und erlaubt wesentlich mehr.
Exports Ausgewählte lokale Verzeichnisse, die angeboten werden sollen. Nicht das gesamte Root-Dateisystem exportieren.

Eine Serverbox im Deep-Standby oder ohne Strom liefert keine Dateien. Normaler Standby und Festplatten-Standby sind andere Zustände; prüfe die Erreichbarkeit und Anlaufzeit im eigenen Aufbau. Eine bereits eingebundene NAS-Freigabe nochmals über die Box zu exportieren ist ein gesonderter Re-Export-Fall und nicht Teil dieses Grundablaufs.

/etc/exports beschreibt serverseitige Freigaben. /etc/fstab und /etc/auto.network beschreiben dagegen Client-Mounts. Ein Export macht noch keinen Mount auf der zweiten Box.

Ein lesendes Beispiel für genau einen Client:

/media/hdd/movie 192.0.2.50(ro,sync,no_subtree_check,root_squash)

Ersetze Pfad und Adresse durch deine Werte. Zwischen Clientadresse und öffnender Klammer steht kein Leerzeichen. ro heißt nur lesen, sync bestätigt Schreibänderungen nach synchroner Verarbeitung, no_subtree_check verzichtet auf zusätzliche Teilbaumprüfungen und root_squash beschränkt Client-Root. Für eine weitere Clientgruppe erhält dieselbe Zeile einen weiteren CLIENT(OPTIONEN)-Block; das einfache GUI-Feld ist keine vollständige Verwaltung unterschiedlicher Regeln pro Client.

Der geprüfte Dialog setzt die Marke:

# OpenATV managed exports

Beim Speichern ersetzt er den Bereich ab dieser Marke. Zeilen davor bleiben erhalten. Eigene, unterschiedlich berechtigte Exporte verwaltest du deshalb bewusst außerhalb dieses Bereichs und nicht zugleich für denselben Pfad im GUI. Sichere vorhandene Dateien vor manueller Bearbeitung; doppelte oder widersprüchliche Exporte vermeiden.

Für ein eigenes Aufnahmeverzeichnis kannst du statt voller Root-Rechte alle Anfragen des erlaubten Clients einem dafür vorgesehenen unprivilegierten Serverkonto zuordnen. Dazu müssen UID/GID und Besitzerrechte dieses einen Ordners zusammenpassen. Prüfe die Werte mit id BENUTZER auf der Serverbox; übernimm keine unbekannten Kennungen.

Das folgende Muster gehört in einen manuell verwalteten Export, nicht unverändert in die GUI. UID, GID, Adresse und Pfad sind Platzhalter:

/media/hdd/e2-recordings 192.0.2.50(rw,sync,no_subtree_check,all_squash,anonuid=UID,anongid=GID,mountpoint=/media/hdd)

all_squash bildet alle Clientbenutzer auf dieses Konto ab. Gib ihm Schreibrechte nur auf den vorgesehenen Ordner. mountpoint=/media/hdd verhindert das Exportieren des darunterliegenden Ersatzordners, wenn die HDD nicht eingehängt ist. Ein pauschales chmod -R 777 auf die HDD ist dafür nicht erforderlich. Diese erweiterten Optionen werden vom einfachen OpenATV-Exportdialog nicht angeboten.

/etc/nfs.conf enthält Einstellungen des NFS-Dienstes, beispielsweise im bereits vorhandenen Abschnitt:

[nfsd]
threads = 8
vers3 = y
vers4 = y

Das ist ein Ausschnitt, keine Ersatzdatei für alle vorhandenen Dienstoptionen. Der geprüfte Dialog ändert diese Schlüssel im [nfsd]-Abschnitt. Exportregeln und Dienstparameter sind getrennte Dateien.

Nach bewusst bearbeiteter exports-Datei kannst du über SSH die Regeln neu einlesen und anzeigen:

Terminal-Fenster
exportfs -ra
exportfs -v

exportfs -ra ist eine Änderung am laufenden Server: erst nach Prüfung der Regeln ausführen. Bei geänderten NFS-Versionen oder anderen Dienstparametern ist ein Dienstneustart nötig. Der geprüfte Dienst heißt /etc/init.d/nfsserver; nutze dafür vorzugsweise die Netzwerkdienste und beende Clientzugriffe vorher. Ein Neustart der Enigma2-Oberfläche ist kein verlässlicher Ersatz für das Neuladen des NFS-Servers.

Prüfstand: Serverpaket, Werkzeuge und Dialog wurden auf der Box geprüft. Die Dateien für Exporte, NFS und vorhandene Mounts blieben unverändert; kein neuer Serverexport wurde durch die Aufnahmen aktiviert.

Quellen: NFS-Dialog und verwalteter Dateibereich, Dienstzuordnung, Exportregeln, NFS-Einrichtung.

Installation, Gelb für Start/Stopp und gespeicherter Autostart sind im Dienstemenü getrennt erklärt. Ein NFS-Export der Box und eine NAS-Verbindung als Client sind unabhängig; der Server ist für einen reinen NAS-Mount nicht erforderlich.