FBC mit Unicable/JESS: acht SCRs über ein Kabel
Für acht unabhängig wählbare Transponder bekommt jeder der acht Demodulatoren ein eigenes User Band. Ein geeignetes Koaxialkabel reicht dafür aus. Die SAT-Anlage muss diese Userbänder bereitstellen und sie dieser Box zugewiesen haben.
Verkabelung und Voraussetzungen
Abschnitt betitelt „Verkabelung und Voraussetzungen“Vor Beginn benötigt werden: Hersteller und Typ von LNB/Matrix, unterstütztes Protokoll, die zugeteilten UB-Nummern mit ihren Frequenzen, angebotene SAT-Positionen und gegebenenfalls eine PIN. In einer Gemeinschaftsanlage diese Angaben beim Betreiber erfragen. Ein freier Demodulator ist kein Nachweis für ein frei verfügbares Userband.
EN50494 (Unicable/SCR) unterstützt bis zu acht Userbänder; EN50607 (JESS/Unicable II) erlaubt mehr, bis zu 32. Die tatsächliche Anlage kann weniger anbieten. Protokoll und Gerätetyp müssen zur Anlage passen. Ein 32-UB-Ausgang vergrößert einen achtfachen FBC-Block nicht auf 32 Demodulatoren. Grundlagen: JULTEC zu teilnehmergesteuerten Einkabelsystemen, Inverto zur Einkabelverteilung.
Schritt 1: Root-Tuner A einrichten
Abschnitt betitelt „Schritt 1: Root-Tuner A einrichten“Menü → Einstellungen → Empfang → Tuner-Konfiguration → Tuner A
- Konfiguration = Erweitert wählen.
- Die angebotene SAT-Position auswählen und einem LNB-Eintrag zuordnen. Im Beispiel ist Astra 19.2°E dem LNB 1 zugeordnet.
- Als LNB-/LOF-Typ Unicable / JESS verwenden.
- Den tatsächlich verwendeten Gerätetyp wählen: Unicable-LNB, Unicable-Matrix oder eine passende benutzerdefinierte Einrichtung. Eine externe Verteilmatrix ist nicht dasselbe wie ein SCR-Ausgang direkt am LNB.
- Hersteller und Modell auswählen. Dadurch werden die zugehörigen Frequenzen/Protokollvorgaben angeboten. Nicht bloß ein ähnlich klingendes Produkt auswählen.
- Das A zugeteilte SCR/User Band und die dazugehörige Frequenz einstellen.
- A erhält das Kabel direkt. Für A keine unnötige Verbindung über einen anderen Tuner eintragen.


Schritt 2: B–H mit eigenem SCR über A verbinden
Abschnitt betitelt „Schritt 2: B–H mit eigenem SCR über A verbinden“- Tuner B öffnen und seine erweiterte Unicable-Konfiguration einrichten. Bei den internen Tunern C–H lautet die Betriebsart FBC SCR (Unicable/JESS).
- Dieselbe Anlage und die tatsächlich angebotenen Satelliten konfigurieren.
- Verbunden über einen anderen Tuner aktivieren, soweit der Dialog dies nicht bereits vorgibt, und Verbunden mit = Tuner A wählen. Je nach Übersetzung/Hardware ist ein Teil dieser Verknüpfung bereits vorgegeben.
- Jedem Tuner seine eigene SCR-Nummer und passende Frequenz geben. Den ersten Eintrag nicht unverändert siebenmal kopieren.
- Nach dem Speichern alle acht Zuteilungen noch einmal vergleichen.


Beispiel: acht zugeteilte Userbänder
Abschnitt betitelt „Beispiel: acht zugeteilte Userbänder“Die folgende Tabelle gehört zum TechniRouter 9/1x8-Profil der Beispielanlage. Die acht Bänder wurden dieser Box exklusiv zugewiesen. Für ein anderes LNB oder eine andere Matrix unbedingt deren Tabelle verwenden.
| Tuner | Angezeigter SCR | Frequenz | Signalzuführung |
|---|---|---|---|
| A | 1 | 1284 MHz | Kabel direkt an A |
| B | 2 | 1400 MHz | Intern über A |
| C | 3 | 1516 MHz | Intern über A |
| D | 4 | 1632 MHz | Intern über A |
| E | 5 | 1748 MHz | Intern über A |
| F | 6 | 1864 MHz | Intern über A |
| G | 7 | 1980 MHz | Intern über A |
| H | 8 | 2096 MHz | Intern über A |

Manche Unterlagen oder Software zählen ab 0, andere ab 1. Daher Nummerierung und Frequenz gemeinsam vergleichen. Ein als UB 0 bezeichnetes Band kann in einer anderen Anzeige SCR 1 heißen; das ist kein Grund, willkürlich das nächsthöhere Band zu wählen. Profilquelle für dieses Beispiel: OpenATV unicable.xml.
Weitere Optionen und ihre Bedeutung
Abschnitt betitelt „Weitere Optionen und ihre Bedeutung“| Option / Begriff | Verwendung |
|---|---|
| Satellit / LNB-Zuordnung | Verknüpft eine angebotene SAT-Position mit dem passenden LNB-Eintrag. Die Anlage bestimmt, welche Positionen verfügbar sind. |
| Unicable-Konfigurationsmodus | Auswahl einer bekannten LNB-/Matrix-Tabelle oder benutzerdefinierter Werte |
| Priorität | Beeinflusst die Bevorzugung dieses LNB-/Empfangswegs bei der Tunerauswahl; zunächst Auto belassen. Kein Ersatz für eine SCR-Zuteilung. |
| Extern angetrieben / Externally powered | Aktivieren, wenn ein Power-Inserter oder eine externe Versorgung das Unicable-Gerät tatsächlich speist. |
| Unicable-Position | 0 leitet die Position aus LNB-Nummer und Geräteprofil ab. Explizite Werte 1–64 sind für passend umprogrammierte Geräte vorgesehen; nicht mit 19.2°E verwechseln. |
| Tuning-Algorithmus | Passt das SCR-Timing an, etwa beim Betrieb mehrerer SCR-Geräte und geeigneter Anschlussdosen. Die Standardauswahl zunächst beibehalten. |
| Hersteller / Typ | Wählt die Frequenz- und Protokollvorgaben des konkreten Geräts |
| SCR / User Band | Eindeutige Adresse eines Empfangswegs auf dem gemeinsam verwendeten Strang |
| Frequenz | Zum SCR gehörende Mittenfrequenz in MHz; nicht frei austauschbar |
| Kanal / Protokoll bei benutzerdefinierter Anlage | Muss dem EN50494-/EN50607-Betrieb der Anlage entsprechen |
| PIN | Nur verwenden, wenn die Anlage ein Userband mit PIN schützt und die korrekte PIN zugeteilt wurde |
| Verbunden über / Verbunden mit | Beschreibt die reale gemeinsame Leitung und interne FBC-Signalzuführung |
| Erhöhte Spannung / Einschaltverzögerung / Wiederholungen | Spezialanpassungen für Versorgung und Schaltverhalten; Standardwerte zunächst beibehalten und nur nach Anlagenvorgaben ändern |
| DiSEqC / Positionszuordnung | Nur passend zur realen Mehrsatellitenanlage einstellen. Eine im Profil angebotene zweite Position bedeutet nicht, dass tatsächlich zwei Satelliten angeschlossen sind. |
Nicht jeder Eintrag erscheint in jeder Konstellation. Die Auswahl verändert sich mit Gerätetyp, Konfigurationsmodus und Hardware. Die vollständigen sichtbarkeitsabhängigen Einträge stehen im Tuner-Optionskatalog.
Zwei Kabel, Verteiler und weitere Receiver
Abschnitt betitelt „Zwei Kabel, Verteiler und weitere Receiver“Eine einzige passende SCR-Zuführung ist für die gezeigten acht Tuner ausreichend. Zwei Kabel können sinnvoll sein, wenn sie verschiedene Empfangsanlagen oder getrennte SCR-Ausgänge erschließen. Dann muss jeder Demodulator dem tatsächlich versorgenden Root-Tuner und dessen Zuteilungen zugeordnet werden; nicht alle pauschal mit A verbinden.
Werden mehrere Receiver über denselben SCR-Ausgang versorgt, müssen die Userbänder über alle diese Receiver hinweg eindeutig bleiben. Ein zweiter Splitterausgang erzeugt keinen neuen Nummernraum. Auf wirklich getrennten SCR-Ausgängen können sich Nummern dagegen wiederholen, soweit der Anlagenhersteller dies vorsieht.
Nur für SAT/SCR geeignete Verteiler mit passendem Frequenzbereich und vorgesehener DC-/Steuersignal-Durchleitung verwenden; Entkopplung und Stromversorgung nach Datenblatt planen. Keine zwei mit Spannung versorgten Ausgänge beliebig zusammenschalten. Das ist ein anderer Aufbau als ein klassischer Universal-Y-Verteiler.
Fehler eingrenzen
Abschnitt betitelt „Fehler eingrenzen“| Symptom | Zuerst prüfen |
|---|---|
| Einzelner Sender geht, mehrere gleichzeitige Aufnahmen stören sich | Doppelte SCR-Zuteilung auf dieser Box oder einem anderen Receiver am selben Strang |
| Nur A funktioniert | B–H nicht auf eigene SCRs eingerichtet, interne Verbindung falsch oder Frequenzen nicht passend |
| Ein bestimmter Tuner lockt nie | Seine SCR-Nummer/Frequenz, verfügbare Zuteilung, Protokoll und gegebenenfalls PIN |
| Nach Wechsel zu Unicable bleiben Tuner ungenutzt | C–H noch auf FBC automatisch statt FBC SCR |
| Nur ein Satellit funktioniert | Tatsächlich vorhandene Positionen und deren Zuordnung; Modellprofil allein schafft keinen Empfang |
| Ausfälle beim Einschalten mehrerer Tuner | Versorgung, Kabel, Dosen, Splitter, Spannungsabfall und erst danach spezielle Timingwerte |
Zum Praxistest verschiedene Transponder gleichzeitig verwenden; mehrere Sender auf demselben Transponder beweisen keine acht unabhängigen Empfangswege. Siehe FBC-Prüfung.
Menü- und Automatiklogik: OpenATV NimManager, FBC-Kern.
