autofs, fstab und ein nicht erreichbares NAS
NFS oder SMB legt fest, wie Daten übertragen werden. autofs oder fstab legt im OpenATV-Mountdialog fest, wann die Verbindung eingebunden wird. Diese Entscheidungen sind unabhängig: Beide Protokolle lassen sich mit beiden Modi verwenden.
Welcher Modus passt?
Abschnitt betitelt „Welcher Modus passt?“| autofs – beim ersten Zugriff | fstab – beim Start | |
|---|---|---|
| Einbinden | Ein Zugriff auf den Freigabepfad löst den Mount aus | Die Startskripte versuchen die konfigurierte Einbindung |
| NAS beim Start ausgeschaltet | Ohne Zugriff muss der entfernte Export zunächst nicht gemountet werden | Verbindungsversuche können den Start verzögern |
| NAS kommt später online | Ein späterer Zugriff kann erneut einen Mount auslösen | Gegebenenfalls erneutes Einbinden erforderlich |
| Nicht mehr benutzt | Kann nach Leerlauf aushängen, wenn keine Nutzung das verhindert | Bleibt normalerweise bis zum Aushängen eingebunden |
| NAS fällt während Zugriff aus | Die laufende NFS-/SMB-Verbindung kann warten oder Fehler liefern | Ebenfalls abhängig vom Protokoll und seinen Fehler-/Wiederholungsregeln |
Für ein zeitweise ausgeschaltetes NAS ist autofs ein guter Ausgangspunkt. Es ist aber kein Versprechen eines immer schnellen Starts: Öffnet ein Plugin, eine Filmliste oder eine Speicherprüfung den NAS-Pfad schon beim Start, wird der Zugriff dann trotzdem ausgelöst.
Lokale Pfade und HDD-Ersatz
Abschnitt betitelt „Lokale Pfade und HDD-Ersatz“| Auswahl im geprüften OpenATV-Stand | Zugriffspfad |
|---|---|
| autofs | /media/autofs/NAME |
| fstab, ohne HDD-Ersatz | /media/net/NAME |
| fstab, mit HDD-Ersatz | /media/hdd |
NAME ist die Lokale Freigabe. Bei autofs bleibt der Pfad unter /media/autofs, auch wenn HDD-Ersatz ausgewählt wurde. Verwende für NAS-Aufnahmen vorzugsweise den konkreten Aufnahmepfad. Ein schon von einer lokalen HDD belegtes /media/hdd ist kein freies Ziel.
Welche Dateien gehören dazu?
Abschnitt betitelt „Welche Dateien gehören dazu?“Der geprüfte Manager liest und schreibt Netzwerk-Mounts in /etc/auto.network und /etc/fstab. Ältere Anleitungen nennen oft /etc/enigma2/automounts.xml; im hier geprüften Quellstand ist dessen Import standardmäßig abgeschaltet. Übertrage alte Anleitungen deshalb nicht ungeprüft auf den neuen Manager.
Die Datei /etc/auto.master ordnet die Map ihrem Basispfad zu. Auf der Testbox steht:
/media/autofs /etc/auto.network --ghost--ghost kann Verzeichnisnamen schon sichtbar machen, bevor der jeweilige Server gemountet ist. Ein angezeigter Ordner beweist daher keine Verbindung.
Diese zwei Beispiele zeigen alternative NFS-Definitionen für dieselbe Freigabe. Adresse und Exportpfad ersetzen; nicht beide zugleich anlegen:
nas-recordings -fstype=nfs,rw,proto=tcp 192.0.2.10:/srv/recordings192.0.2.10:/srv/recordings /media/net/nas-recordings nfs _netdev,rw,proto=tcp 0 0_netdev kennzeichnet ein Netzwerkdateisystem; es begrenzt keine Wartezeit. Die letzten beiden 0 gehören zum fstab-Format, nicht zur autofs-Map. Verwende den Menüeditor für normale Änderungen. Er kann erkannte manuelle Netzwerkzeilen beim Speichern neu erzeugen; keine widersprüchlichen Definitionen über mehrere Werkzeuge pflegen. SMB-Mountdateien können zusätzlich Passwörter enthalten.
Das geprüfte Image verwendet klassische Init-Skripte. Optionen wie x-systemd.automount aus einer systemd-Anleitung sind kein Ersatz für diesen OpenATV-autofs-Aufbau. Auch nofail ist keine allgemeine Abkürzung für „warte niemals auf das NAS“.
Warum erscheint ein Spinner?
Abschnitt betitelt „Warum erscheint ein Spinner?“Schon eine Ordnerprüfung kann Netzwerkzugriff auslösen. Dazu gehören das Öffnen der Filmliste, Vorschaubilder, die Prüfung von freiem Speicher und stat() beziehungsweise Existenzprüfungen eines Pfads. Der geprüfte Freigabemanager prüft autofs-Ziele mit einer solchen Existenzabfrage.
Wartet eine dieser Operationen im Ablauf der Oberfläche, kann Enigma2 den Spinner anzeigen. Ein Spinner bedeutet zunächst „beschäftigt“ und beweist weder einen Crash noch einen defekten Skin. Auch die Ermittlung einer Dateigröße kann bei fehlendem NAS verzögert sein.
Ein autofs-Leerlauf-Timeout bestimmt, wann eine unbenutzte Einbindung auslaufen darf. Es ist kein Zeitlimit für einen gerade blockierten Dateizugriff. NFS-timeo, Wiederholungen und Soft/Hard betreffen andere Ebenen; NFS-Optionen erklären den Unterschied. Eine laufende Aufnahme hält den Speicher aktiv und verhindert normalerweise das Aushängen wegen Leerlauf.
Vorgehen bei ausgefallenem NAS
Abschnitt betitelt „Vorgehen bei ausgefallenem NAS“- Notiere, ob Aufnahme, Wiedergabe oder Timeshift lief und wann der Fehler begann. Vermeide weitere Zugriffe auf denselben nicht erreichbaren Pfad.
- Prüfe NAS, Switch/Router, Kabel und Adresse. Stelle nach Möglichkeit denselben Server und Export wieder bereit; das kann wartende Zugriffe freigeben.
- Sobald die Oberfläche reagiert, beende betroffene Anwendungen kontrolliert. Starte keine neuen Aufnahmen auf das ausgefallene Ziel.
- Bleibt das NAS länger aus, stelle Aufnahme-, Timeshift-, EPG- und Pluginpfade auf ein erreichbares Ziel um und deaktiviere die unbenötigte Mountdefinition.
- Sichere bei wiederkehrenden Problemen Debug- und Kernelhinweise für einen Fehlerbericht. Ein GUI-Neustart beseitigt keinen noch im Kernel wartenden Netzwerkzugriff zuverlässig.
Eine lesende Übersicht der registrierten Netzwerk-Mounts über SSH:
grep -E ' (nfs|nfs4|cifs|autofs) ' /proc/mountsDiese Liste beweist nicht, dass der Server jetzt antwortet. Ein ungezieltes df -h, ls oder stat kann dagegen gerade die ausgefallene Freigabe ansprechen und selbst warten. Erzwinge kein Aushängen während laufender Schreibzugriffe. Ein Ausfall kann eine Aufnahme bereits beschädigt haben, selbst wenn die Oberfläche später weiterläuft.
Prüfstand: Dateizuordnung und autofs-Konfiguration geprüft. Der bestehende NAS-Mount wurde für diese Anleitung nicht absichtlich unterbrochen; Verzögerungen werden nicht als gemessene feste Sekundenwerte dargestellt.
Quellen: OpenATV-Mountverwaltung und Statusprüfung, autofs-Master-Map.
